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Gruppenbild der Erwachsenen, die im Naturschutzgebiet ehrenamtlich arbeiten

Arbeitseinsatz für die Moore – gemeinsam anpacken für den Klimaschutz Grenzübergreifendes Pilotprojekt bringt Unternehmen und ehrenamtlichen Naturschutz zusammen

Gemeinsam anpacken für den Naturschutz: Mit einem besonderen, grenzübergreifenden Arbeitseinsatz im Donaumoos erprobte die Umweltstation mooseum, Bächingen ein neues Projekt zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos (ARGE Donaumoos), Bayern und der AG Donaumoos Langenau, Baden-Württemberg.
Die Umweltstation mooseum übernimmt dabei die Organisation und Koordination des Projekts sowie die begleitende Umweltbildungsarbeit. Die ARGE Donaumoos und AG Langenau bringen ihre langjährige Erfahrung in der Pflege, Entwicklung und Wiedervernässung von Moorflächen ein und unterstützen die Auswahl geeigneter Einsatzflächen sowie die fachliche Begleitung der Maßnahmen. Gemeinsam verbinden die Partner so praktische Naturschutzarbeit mit der Vermittlung von Wissen über die Bedeutung der Moore.
Die Idee dahinter: Unternehmen stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen Tag frei, damit diese sich freiwillig und ganz praktisch für den Erhalt und die Entwicklung wertvoller Moorflächen engagieren können. Gefördert wird das Projekt durch LEADER: ein Regionalentwicklungsprogramm der Europäischen Union und der Bundesländer zur Stärkung und zukunftsfähigen Gestaltung ländlicher Räume.
Der erste Einsatz auf Streuwiesen im Naturschutzgebiet Langenauer Ried nahe des Landesgrenzgraben diente als Probedurchlauf. Neben der praktischen Arbeit stand deshalb auch der Austausch im Mittelpunkt. Wie kann ein solcher Tag für Unternehmen und Beschäftigte möglichst unkompliziert organisiert werden? Welche Arbeiten können ehrenamtlich übernommen werden? Und wie lässt sich dabei gleichzeitig Wissen über die Bedeutung der Moore vermitteln? Konstruktives Feedback der Teilnehmenden soll helfen, das Angebot weiterzuentwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist eine begleitende Bildungseinheit. Anhand eines mobilen Moor-Modells, das sogar mit dem Umweltpreis der bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet wurde, wird anschaulich vermittelt, warum Moore eine so wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen. Denn intakte Moore speichern große Mengen Kohlenstoff. Werden sie entwässert, wird dieser als CO₂ freigesetzt. Die Wiedervernässung und Pflege der Flächen ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.
Wie wichtig die kontinuierliche Pflege ist, zeigt das Arbeitsgebiet der AG Donaumoos Langenau, die bereits 1978 aus dem Vogelschutz heraus gegründet wurde. Viele Flächen des Gebiets waren insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg entwässert worden. In den 1980er-Jahren wurde das Naturschutzgebiet schließlich auf rund 80 Hektar erweitert. Im Mittelpunkt stehen heute der Schutz der Moore und der Erhalt wertvoller Lebensräume für Wiesenbrüter.
Aktiver Naturschutz und Teambildung in einem
Die Arbeit der ehrenamtlich Aktiven ist vielfältig: Dazu gehören die Pflege der Streuwiesen, die Gehölzpflege und die Betreuung von Nistkästen. Ziel ist es, ein abwechslungsreiches Mosaik unterschiedlicher Lebensräume zu erhalten. Dabei soll nicht jedes Gehölz entfernt werden. Vielmehr kommt es auf die richtige Mischung aus offenen Flächen, einzelnen Sträuchern, Büschen und Gehölzen an. Die freiwilligen Arbeitseinsätze ergänzen die kontinuierliche Landschaftspflege im Donaumoos. Gerade auf Moorstandorten sind langfristig abgestimmte Maßnahmen notwendig, um wertvolle Offenlandlebensräume zu erhalten und die Entwicklung der Flächen nachhaltig zu sichern.
Beim aktuellen Arbeitseinsatz wurde unter anderem am Landesgrenzgraben gearbeitet, der in den Moossee führt. Dort wächst eine besondere Rarität: der Schmalblättrige Rohrkolben. Die unscheinbare Pflanze steht auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.
 
Wasser ist der entscheidende Faktor
Eine besondere Herausforderung im Donaumoos ist das Wasser. Landwirtschaft, Landeswasserversorgung und Moor haben unterschiedliche Ansprüche an die Ressource – und konkurrieren damit teilweise um dasselbe Wasser. Bereits 1983 wurde deshalb ein Bewässerungssystem eingerichtet. Über eine Leitung können rund 30 Liter Wasser pro Sekunde zugeführt werden. Die Bewässerung trägt dazu bei, die Flächen feucht zu halten und langfristig sogar eine Wiedervernässung zu ermöglichen.
Auch die sogenannten Streuwiesen haben eine besondere Geschichte. Früher wurden sie gemäht und das Schnittgut als Einstreu in der Landwirtschaft genutzt. Heute besteht dafür kaum noch Bedarf. Dennoch müssen die Flächen regelmäßig gepflegt werden, damit sie nicht verbuschen und ihre wertvollen Lebensräume erhalten bleiben. Das anfallende Material kann beispielsweise über Biogasanlagen verwertet werden. Während die Wiedervernässung entwässerter Moorböden insbesondere dem Klimaschutz dient, trägt die gezielte Pflege von Streuwiesen zum Erhalt moortypischer Lebensräume und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten bei. Beide Ansätze sind wichtige Bestandteile eines umfassenden Moorschutzes.
Unternehmen können Naturschutz praktisch erleben
Der Pilot-Arbeitseinsatz zeigt, wie sich Naturschutz, Bildung und Teambildung miteinander verbinden lassen. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen praktischen Einblick in den Naturschutz zu ermöglichen und gleichzeitig selbst aktiv etwas für die Region und den Klimaschutz zu tun.
Die Initiatoren hoffen, weitere Unternehmen für das Konzept gewinnen zu können. Denkbar sind die Einsätze sowohl als freiwilliges Engagement von Beschäftigten als auch als gemeinschaftliche Teambildungsmaßnahme. Voraussetzung ist dabei die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz freizustellen. Denn Moor- und Naturschutz lebt nicht nur von Konzepten und Verordnungen, sondern vor allem von Menschen, die bereit sind, selbst mit anzupacken.

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